Arbeitsweg als Gewinn an Lebenszeit

Günstig waren die Wetterprognosen für Dienstag und Mittwoch nicht: Nieselregen und kräftiger Wind waren angekündigt. Auf der anderen Seite wollte ich die zeitliche Gelegenheit nutzen und den Arbeitsweg zur Trainingsstrecke umfunktionieren.
Warum? Auf meiner gewählten Route kann ich phasenweise ohne eine andere Menschenseele laufen, muss mich um keinen Verkehr kümmern und kann ganz einfach Durchatmen und Zeit nur für mich selbst haben.
Dies zu bewerkstelligen ist eigentlich gar nicht schwer. Ich fahre Morgens mit dem Auto in die Arbeit, bringe Sportbekleidung für den Abend, Arbeitskleidung für den nächsten Tag und Wasch- und Duschzeug mit in die Arbeit. Dazu noch Obst für den nächsten Tag und genug Wasser. Eigentlich alles kein Problem, wenn ich es geplant habe. Am nächstn Tag nach Feierabend geht die Reise mit dem Auto wieder Richtung Zuhause.
Dienstag Abend konnte ich dann die Stirnlampe aufsetzen, mich fast ein wenig zu kühl anziehen, den kleinen Rucksack schultern, auf WhatsApp den LiveStandort mit meiner Frau teilen (sie kann dann a) besser das Abendessen timen und b) braucht sich keine Sorgen machen) und loslaufen. Der Wind war schon garstig, aber nachdem ich Nürnberg über die Gartenstadt, am Alten Kanal vorbei, zum RMD-Kanal verlassen hatte, gab es nur noch mich, den dunklen Wald und das Rauschen des Windes. Ein Igel und 3 Hasen kreuzten nur noch meinen Weg und ließen mich ansonsten ganz meinen Gedanken nachhängen. Zügiger als erwartet gab mich der Wald in Reichelsdorf wieder frei und ließ den restlichen Weg durch den Rednitzgrund nach Wolkersdorf als sehr kurz erscheinen. Entspannt und zufrieden konnte ich das Abendessen genießen.
Mittwoch Morgen waren die Beine schon etwas schwerer, aber nach rund 4km (von insgesamt 13) lief doch wieder alles rund und es ging durch einen feinen Nieselregen Richtung Arbeit. Vorsorglich lief ich wieder etwas früher daheim los, um nicht in Zeitdruck zu geraten und den Lauf genießen zu können. Das Gefühl morgens schon etwas geschafft zu haben, bereitet ein sehr zufriedenstellendes Gefühl! Die Blicke der Autofahrer im Berufsverkehr beim Südfriedhof oder an der Frankenstraße, wenn man morgens mit Rucksack und kurzer Hose bei suboptimalen Wetter durch die Stadt läuft, ist ein kleiner Pluspunkt. Bin ich froh, dass ich meistens außerhalb des Stoßzeiten in die Arbeit bzw. nach Hause fahren darf!
Diese Variante habe ich jetzt schon 3 Mal ausprobiert und muss sagen, dass es besser klappt als gedacht! Ja, wenn ich für den Fall eines zeitlichen Engpasses noch eine kürzere Variante hätte, wäre es schön (das geht nur leider nicht, weil die Route schon fast der Luftlinie folgt), aber auch so kann ich micht gut damit arrangieren. Sollte ich mehr Zeit haben, dann könnte ich die Strecke natürlich ohne Probleme noch ausdehnen.
In Zukunft will ich mindestens einmal in der Woche so verfahren. Ob es öfters klappt, muss ich sehen. Gerade wenn ich erst um 19 Uhr Feierabend machen kann, bin ich erst kurz nach 20 Uhr zu Hause und so lange kann/darf/muss meine Frau mit dem Essen auf mich warten und das will ich ihr auch nicht zu oft aufbürden.

Viele Grüße,
Thorsten

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